Beiträge von sschuste

    Oder ist das auch irgendwie kulturell behaftet (da ich ja auch das iPhone und die Sachen von Apple i.d.R. so nutze, wie es gewünscht wurde). ... Ja, weil ich das Meiste so nutze, wie es vorgesehen ist, oder anders: ich bin der Musterkunde von Apple.

    Ist bestimmt nicht kulturell bedingt. Ich verwende meine Apple-Geräte genauso wie du und versuche alles andere da zusätzlich einzubinden.

    Ich red den ganzen Tag mit Siri, meistens merk ich es nicht mal.

    Hach, ich weiß es noch wie heute: völlig überraschend trifft Schüller zum 0:7. Die heute 28-jährige Stürmerin von Manchester United war bis dahin gar nicht in Erscheinung getreten.

    Ich bin seit Geburt an dort.

    Ich nicht. Aber "Amerika" hat in den letzten sechseinhalb Jahrzehnten natürlich einen starken Einfluss auf mich gehabt, der inzwischen mehr und mehr abflaut.

    Möglicherweise bin ich der einzige hier, der President Kennedy mit eigenen Augen gesehen hat, auch wenn meine Mutter immer behauptete, dass ich die Schlammpfütze am Straßenrand deutlich interessanter fand. Aber sie erzählte auch, wie die Bürger Frankfurts mit kleinen Amerikafähnchen an der Hanauer Landstraße standen und winkten, und dann fuhr John F. vorbei und das war es auch schon. Ich will damit nur sagen, dass ich von Anfang an in einem USA-freundlichen (vielleicht sogar USA-liebenden) Umfeld aufgewachsen bin.

    In den nächsten Jahren war alles an den USA cool. Ausnahmslos. Die Raumfahrt, die Autos, die Filme, die Musik, die Amis selber. So Sachen wie den Vietnamkrieg blendete mein kindliches Hirn einfach aus, und dann war er auch vorbei, bevor ich mir dazu eine Meinung bilden wollte. Oder Nixon, der Schuft, aber der sah ja sowieso komisch aus. Was die USA antrieb oder was hinter der Fassade des amerikanischen Traums steckte - mir doch egal, die Oberfläche war shiny genug, und ich hab nichts in Frage gestellt.

    Das hat sich in den letzten 15 Jahren stark geändert. Heute sehe ich die US-Amerikaner als eine Bande von Nationalisten, denen schon als Kind die "Pledge of Allegiance" eingebläut wird, bis sie davon überzeugt sind, das die USA das einzige gute Land auf diesem Planeten sind. Dass es nur in den USA Freiheit gibt. Dass sowas wie eine Krankenversicherung Sozialismus ist. Dass das Maß aller Dinge Meilen und Füße sind. Mir ist völlig klar, dass das nicht unbedingt die Meinung aller Amerikaner ist, aber es ist halt auch keine Minderheit, die davon überzeugt ist.

    Das war zunächst enttäuschend für mich, aber in Wirklichkeit sind es ja nicht die Amerikaner, die sich auf einmal so geändert haben. Die waren schon immer so. Amerikaner sind nun mal Amerikaner und keine Deutschen, Italiener oder Norweger. Das hatte ich nie so bedacht, ich dachte immer, die sind alle so wie ich. Bullshit. Nicht die sind komisch, sondern ich hab endlich mal was kapiert.

    Ich habe überhaupt kein Problem mit Amis, aber ich strebe nicht an, einer zu sein. Ich will dorthin nicht auswandern und will da auch nicht leben. Ich will lieber ein Europäer sein und nicht darüber nachdenken müssen, wie ich irgendwas "great again" machen kann, weil es für mich hier in Europa schon great enough ist. Ich will da bleiben, wo nicht die Freiheit des Einzelnen die große Nummer ist, sondern die Freiheit der Gesellschaft, in der ich lebe. Sollen die Amerikaner das machen, was sie für richtig halten. Ich möchte lieber was Anderes.

    Amerikaner sind Hohlköppe, behauptet das Internet. Das stimmt nicht im geringsten. Die sind die Typen mit den besten Betriebssystemen, und die sind die Typen, die um den Mond fliegen oder Fotos vom Pluto machen. Ich halte das jetzt nicht unbedingt für die herausragenden Fähigkeiten von Hohlköppen. Eher sind wir es hier in Europa, weil wir so lange auf unseren breiten Ärschen gesessen und lieber Windows benutzt haben als selber die besten Betriebssysteme zu bauen. Wird jetzt Zeit, dass wir das nachholen, und wer zwingt uns dazu? Die Amerikaner. Wir sollten ihnen dankbar sein.

    Bestraft Apple indem Ihr die nächste Gerätegeneration überspringt. Zeigt Apple den ausgestreckten Mittelfinger, so wie es Apple in Richtung der EU-Bürger tut.

    Kann ich nicht machen, weil ich schon die letzte Generation übersprungen habe. Ich verwende immer noch ein iPhone XS, und ich muss es jetzt gegen etwas Neueres austauschen. Das Teil ist über acht Jahre alt und fängt an diversen Ecken an zu knarzen.

    Und nein, es gibt keine Alternative, oder willst du etwa ein völlig inkompatibles Android-Handy als solche bezeichnen?

    Einen Kalendereintrag, einen Timer und die Haustüre öffnen geht heute schon, das reicht mir.

    Aber mir reicht das nicht. Erst wenn ich mit Siri hochphilosophische Gespräche führen kann (beispielsweise über die Sinnhaftigkeit von Cayenne-Pfeffer zu Schweinefilets) oder das Ding eine Cis-lydische Tonleiter auf Zuruf abspielt, dann reicht's mir vielleicht. Aber auch nur vielleicht.

    Das war auch die Steuerzentrale, da ich dachte, es wäre am besten in das Netzwerk eingebunden (LAN-Kabel). Aber scheinbar spielt das keine Rolle?

    Nein, spielt keine Rolle. Dein Wlan funktioniert ja wahrscheinlich auch problemfrei mit allen anderen Geräten.

    Hat jemand ähnliches schon mal (öfter) gehabt - und vielleicht eine Lösung dafür?

    Ich erinnerte mich, dass ich dazu schon mal eine Antwort im Smartapfel-Forum geschrieben habe, die ich jetzt einfach hier noch mal poste:

    Mark Twain beschreibt in "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" die Lösung:

    "Weißt du, du nimmst eine tote Katze und gehst auf den Kirchhof gegen Mitternacht, dorthin, wo ein Gottloser begraben ist. Wenn's dann Mitternacht ist, kommt ein Teufel - oder auch zwei oder drei - du kannst ihn aber nicht sehen, sondern hörst nur was wie den Wind, oder hörst ihn sprechen. Und wenn sie dann den Kerl fortschleppen, wirfst du die Katze hinterher und rufst:

    Teufel hinterm Leichnam her,
    Katze hinterm Teufel her,
    Homekit-Problem hinter der Katze her -
    Seh' euch alle drei nicht mehr!

    Das heilt jedes HomeKit-Problem."

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das exakt genauso gut funktioniert wie der Neustart von Bridges und Steuerzentralen oder das Anschreien von iPhones.

    Vorübergehend gehe ich mal manuell auf einen der HomePod Minis als Steuerzentrale…

    Das hilft mir bei solchen Problemen inzwischen immer. Und was auch immer hilft, ist warten. Irgendwann geht's halt wieder, es ist nur völlig unklar, wie lange man warten muss.

    Die typische Reflexhandlung von Apple Usern ist "Apple hat es nicht, also braucht man es nicht".

    Also, meine typische Reflexhandlung ist: "Apple hat es nicht, also habe ich es auch nicht". Ob es die Anwender anderer Betriebssysteme haben, ist mir völlig gleich. Ich verwende diese Betriebssystem nicht. Und wenn Apple es dann eines Tages einbaut und ich es cool finde, dann ist meine nächste Reflexhandlung: "Cool, jetzt habe ich es auch."

    Und klar kann das für mich bahnbrechend sein, aber nicht in technologischer Hinsicht, sondern rein deshalb, weil ich nun darüber verfügen kann. Der typische Kommentar von Windows- oder Android-Usern lautet jedesmal: "also, das hab ich schon seit Jahren". Das kann schon sein, aber was Windows- oder Android-User schon seit Jahren haben (oder nicht haben) ist für mich etwa so interessant wie die Tatsache, dass der Verkauf von Bockwürsten am Kiosk die Straße runter heute etwas schleppend verläuft.

    Ich denke viele Apple Nutzer haben sich USB-C im iPhone gewünscht.

    Ich habe mir das nicht gewünscht und wenn's nach mir ginge, wird das auch gleich wieder abgeschafft. Apple (und damit auch ich) wurde gezwungen, das Zeugs einzusetzen, das Windows- oder Android-User schon seit Jahren haben, und das Ergebnis ist ein Haufen inkompatibler Kabel und Stecker. Ich könnte im Strahl, stark und kräftig und sehr weit.

    Jetzt kommt die erzwungene Öffnung von Schnittstellen und Methoden durch EU-Beschluss dazu, damit irgendwelche Kopfhörer vom LIDL ans iPhone passen. Ich bin nicht interessiert an irgendwelchen Kopfhörern vom LIDL Ich bin interessiert daran, dass "die Dinge funktionieren". Deshalb, und nur deshalb, kaufe ich mein Computerzeugs bei Apple, und das seit über 35 Jahren. Ich will, dass Apple sich auf "die Dinge funktionieren" konzentriert und nicht auf LIDL. Ich fand schon Boot Camp auf dem Mac eine Zumutung für mich als Apple-Kunden.

    Tja, da stellt sich doch glatt die Frage: was wollen wir? Einfach zu beantworten: jeder will was Anderes, das kennen wir ja schon. Also etwas spezifischer: was will ich?

    Ich habe eigentlich eine gewisse Vision, wie ich den KI-Krempel einsetzen will. Ich will vor allem meine Wohnung schlau machen. Wenn ich das mit Werbung finanzieren muss, dann soll diese unbedingt personalisiert sein, weil ich es satt habe, für Damenbinden, Autos oder H&M, Lotto und Wanderschuhe beworben zu werden. Ich mein, ich hab am Wochenende eine Grillparty für Freunde gemacht und ratet Mal, wer für Bier und Würstchen geworben hat? Genau: niemand. Aber für Wanderschuhe.

    Meine Wohnung soll lernen, wie ich's gern hätte, und außerdem will ich mit ihr reden können wie mit einem Chatbot. Genau das hätte ich gern. Wenn ich eine Party mache und dazu Zeugs brauche, soll sie mich dran erinnern, es zu kaufen und ja, eine Empfehlung, wo es die billigste Wurst gibt, hätte ich gern auch gerne. Sie soll in meinen Kalender sehen und mich an meine Termine erinnern oder an Geburtstage oder was weiß ich. Per Sprache, aber nicht morgens um sieben, wenn ich halb bewusstlos aus dem Bett torkle. Sie soll einen Extra-Wecker stellen, wenn mal ganz früh raus muss. Sie soll hier jeden Kleinkram regeln.

    Das bedarf einer gewissen Aufgabe meiner Privatsphäre, völlig klar. Und hier muss jeder selber wissen, wie weit er gehen will. Man muss halt mal darüber nachdenken, was privat sein soll und was nicht. Ich beispielsweise mache keinen Hehl daraus, dass ich das Licht einschalte, wenn es dunkel wird. Dass ich nackt aussehe wie jeder andere Mann auf diesem Planeten (na schön, es könnten einige Kilos runter, aber das sieht man auch so). Aber wahrscheinlich hat die KI in meinem Schlaf- und Badezimmer eher nichts zu suchen.

    Alles, was ich öffentlich so treibe, darf in meinem Leben auch die KI wissen. Soll es META oder wer auch immer doch verwursten, ich mache den lieben Tag über nichts anderes als Millionen anderer Menschen. Irgendeinen Preis werde ich zahlen müssen, wenn ich einen Präsenzmelder mit irgendeiner Cloud-KI verbinde. Plus die Kosten für Hardware und monatliche Gebühren.

    Bitte nicht München, ich fahre da ab und an mal ins Büro, und der Verkehr ist mit ihre Tempo 30 und 60 auf Ausfallstraßen und Autobahnen echt schrecklich.

    Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass Leute mit dem Auto nach München reinfahren und gleichzeitig glauben, "heute sind die Straßen bestimmt frei". Ich meine, die Leute wissen ja ganz genau, dass die Straßen nicht frei sein werden, und wenn sie dann trotzdem mit dem Auto fahren, dann kann es ja nur aus einem einzigen Grunde sein: sie wollen mit Tempo 30 unterwegs sein. Was immer noch deutlich schneller und bequemer ist als zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren.

    Würde es einen Spielplan wie früher geben, Samstag und Sonntag Bundesliga

    Früher® war Fußball am Samstag und alle Spiele begannen um 15:30 Uhr. Nichts davon wurde live in der Glotze übertragen. Wenn du es unbedingt live brauchtest, bist du entweder ins Stadion oder du hast im Radio Konferenz gehört ("Tor in Frankfurt!"). Wenn du beides nicht gemacht hast, dann hattest du um 17:15 Uhr keinen blassen Schimmer, wie gespielt worden war - damals kam ja nicht im Sekundentakt ping ping ping irgendeine WhatsApp-Message von irgendeinem Hansel mit den Spielergebissen rein. Du warst ahnungslos und hättest schon jemanden anrufen müssen.

    Aber du wolltest ja auch ahnungslos bleiben, denn dann kam ja um 18:00 Uhr die Sportschau mit der Zusammenfassung der einzelnen Spiele. Wehe dem, der um die Ecke kam und die Spielergebnisse ausplauderte!

    Off-topic: Ich bin schon traditionell nicht oft ins Stadion, gelegentlich aus Geiz, meist aus Faulheit, aber das hörte dann nahezu ganz auf, als die Spiele alle live im Fernsehen übertragen wurden. Wir haben uns dann mit den Kumpels in der Kneipe getroffen und dort gemeinsam das Spiel unserer Mannschaft gesehen. Mach ich heute auch nicht mehr, irgendwann war's mir dann zuviel, jeden Samstagabend schon um 20:00 Uhr so zu zu sein wie eine Behörde am Wochenende. Und eine Spielanalyse von ein paar Typen, die kurz davor sind, nackt auf der Theke zu tanzen, hat heute auch nicht mehr die intellektuelle Tiefe wie damals.

    Soviel aus Boomers Nähkästchen.