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Tech Friday - KNX trifft Matter: Was steckt wirklich hinter den Smart-Home-Standards

  • Mia
  • 20. März 2026 um 09:41
  • 802 Mal gelesen
  • 5 Antworten
Zwei Standards, ein Versprechen – und ganz unterschiedliche Realitäten.
KNX ist seit den 1990er-Jahren der De-facto-Standard für professionelle Gebäudeautomation. Matter wurde 2022 als grosse Vereinheitlichung für das Consumer-Smart-Home gestartet. Beide sollen Geräte miteinander reden lassen, beide funktionieren lokal ohne Cloud – und trotzdem liegen sie technisch, konzeptionell und preislich Welten auseinander.
Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. Was ist KNX genau?
    1. Wie KNX technisch funktioniert
    2. Übertragungsmedien im Überblick
    3. Automationen in KNX
    4. Stärken und Schwächen von KNX
  2. Was ist Matter?
    1. Wie Matter technisch funktioniert
    2. Direct Binding: Die grosse Ausnahme
    3. Stärken und Schwächen von Matter
  3. KNX vs. Matter: Der direkte Vergleich
  4. Fernzugriff, Geofencing und Cloud
  5. Security: Der unterschätzte Unterschied
  6. Die Hybrid-Architektur: Wie viele es heute wirklich bauen
  7. Für wen eignet sich was?
  8. Ist Matter das neue KNX? Eine ehrliche Einschätzung
  9. Fazit

Wer sich fragt, ob Matter einfach das moderne KNX für alle ist, liegt halb richtig. Und halb komplett daneben. Dieser Artikel räumt auf mit den gängigen Vereinfachungen und erklärt, was beides wirklich kann, wo die Grenzen liegen – und für wen sich was lohnt.


Was ist KNX genau?

KNX ist weder ein Funkstandard noch ein einfaches Protokoll. Es handelt sich um ein komplettes Gebäudeautomationssystem, das nach ISO/IEC 14543 und EN 50090 standardisiert ist. Es verfügt über ein eigenes Kommunikationsprotokoll, ein Geräteökosystem, eine Installationsarchitektur und Konfigurationssoftware. Über 500 Hersteller weltweit unterstützen diesen Standard, von Lichtschaltern bis hin zu Energiemanagementsystemen.

Typische Anwendungsgebiete sind: Beleuchtung, Jalousien und Rollläden, Heizung und Klimatisierung, Lüftung, Energiemanagement sowie Präsenzerkennung und Szenensteuerung.

Wie KNX technisch funktioniert

Alle Geräte sind über ein gemeinsames Buskabel verbunden – das KNX Twisted Pair (TP). Jedes Gerät besitzt eine physische Adresse, und Nachrichten werden als Telegramme über sogenannte Gruppenadressen übertragen. Das Prinzip basiert auf Publish/Subscribe: Ein Sensor sendet ein Telegramm, und alle Aktoren, die auf diese Gruppenadresse hören, reagieren darauf.

Das wesentliche Merkmal: Es existiert keine zentrale Steuereinheit. Die Geräte enthalten die Logik unmittelbar. Geht der Router kaputt, läuft das Licht dennoch.

Zitat

KNX funktioniert wie das Nervensystem eines Hauses. Sensoren senden Signale, Aktoren reagieren. Autonom, lokal, ohne Abhängigkeit.


Übertragungsmedien im Überblick

MediumBeschreibungRelevanz in der Praxis
Twisted Pair (TP)Dediziertes Buskabel, galvanisch getrenntHäufigste Variante, Standard im Neubau
KNX RFFunkbasiert, für NachrüstungErgänzend, nicht als Basis
KNX IPEthernet/IP, für Routing und VisualisierungManagement und Remote, nicht für Feldautomation
PowerlineÜber Stromleitung (veraltet)Praktisch bedeutungslos

Automationen in KNX

Einfachere Automatisierungen werden direkt im Gerät ausgeführt. Ein Präsenzmelder kontrolliert die Lichtstärke, sendet ein Telegramm und der Lichtaktor aktiviert sich. Keine Plattform, keine App, keine Cloud. In der Praxis kommen für kompliziertere Situationen – Zeitprogramme, raumübergreifende Abhängigkeiten, Energiemanagement – Logikmodule oder IP-Controller zum Einsatz. Es ist einfacher, das zu warten, als Logik auf viele verschiedene Geräte zu verteilen.

Die Programmierung erfolgt mit der ETS (Engineering Tool Software) der KNX Association. Die Software ist ein proprietäres Produkt, das nicht kostenlos ist – kein Open-Source-Tool und keine Bastellösung. Das stellt einen echten Unterschied zu Consumer-Lösungen dar.

Stärken und Schwächen von KNX

AspektBewertung
StabilitätSehr hoch – deterministischer Bus, kein Funk-Jitter
Herstellerbreite500+ Hersteller, echter offener Standard
OfflinefähigkeitVollständig, auch ohne Router und Internet
LebensdauerInfrastruktur 20–30 Jahre (IP-Komponenten eher 10–15 Jahre)
KostenHoch – ca. +20 bis 50% auf die Elektroinstallation im Neubau
DIY-TauglichkeitKaum – Planung und ETS-Kenntnisse erforderlich
NachrüstungSchwierig – Kabelziehen oder KNX RF als Kompromiss
SecurityTP unverschlüsselt – IP Secure und Netzsegmentierung notwendig

Was ist Matter?

Matter stellt keinen Funk-Standard dar. Matter ist ein IP-basierter Standard für den Applikationslayer, der über WLAN, Ethernet und Thread funktioniert. Gestartet im Jahr 2022, entwickelt von der Connectivity Standards Alliance (CSA) mit Unterstützung von Apple, Google, Amazon und Samsung. Die Absicht: Geräte unterschiedlicher Produzenten sollen zum ersten Mal tatsächlich miteinander funktionieren – unabhängig vom Hersteller, lokal und ohne Cloud-Verpflichtung.

Matter umfasst mehr als nur eine Sprache. Es bestimmt die Gerätemodelle, Rollen, Sicherheitsarchitektur und Interoperabilitätsregeln.

Im Jahr 2026 wird die Auswahl an Geräten kontinuierlich zunehmen: IKEA, Philips Hue, Aqara, Eve, Nanoleaf und viele weitere bieten Matter-Geräte an. Mit Matter 1.4 wird die Batterielaufzeit verbessert, mit Thread 1.4 das Mesh-Netzwerk optimiert.

Wie Matter technisch funktioniert

Matter-Geräte tauschen Daten über IPv6-Netzwerke aus. Thread-Geräte (batteriebetrieben, Mesh-Funk) benötigen einen Border Router, der das Thread-Mesh mit dem lokalen IP-Netzwerk verbindet – Apple TV 4K, HomePod mini oder Google Nest Hub übernehmen diese Funktion.

Eine zentrale Plattform – wie Apple Home, Google Home, Home Assistant oder Amazon Alexa – übernimmt in der Praxis die Automatisierungslogik. Meistens werden Automationen also im Controller und nicht im Gerät selbst ausgeführt.

Direct Binding: Die grosse Ausnahme

Matter kennt auch Direct Binding – dabei sprechen zwei Geräte direkt miteinander, ohne Controller. Ein Bewegungsmelder steuert direkt einen Lichtaktor. Das kommt dem KNX-Prinzip technisch sehr nahe.

Zitat

Direct Binding ist in der Matter-Spezifikation verankert – in der Praxis aber noch selten vollständig implementiert. Viele Hersteller setzen nur den minimalen Funktionsumfang um.

Stärken und Schwächen von Matter

AspektBewertung
InteroperabilitätHoch – echter herstellerübergreifender Standard
InstallationEinfach – DIY, keine Fachplanung nötig
KostenNiedrig – Consumer-Preise, kein Handwerkeraufwand
SecurityModern – integrierte Kryptografie und Zertifikate
FunknetzStöranfällig – nicht deterministisch, abhängig von Bauweise
AutomationenMeist Controller-abhängig, Direct Binding noch unvollständig
LangzeitstabilitätOffen – kurze Produktzyklen, Firmware-Qualität variiert
SkalierungFür EFH und Wohnungen geeignet, grosse Gebäude problematisch

KNX vs. Matter: Der direkte Vergleich

MerkmalKNXMatter
TypGebäudeautomations-StandardSmart-Home-Interoperabilitäts-Standard
KommunikationBus (deterministisch)Funk/IP (Mesh, statistisch)
AutomationslogikDezentral in GerätenMeist Controller, selten Direct Binding
StabilitätSehr hochMittel (funkabhängig)
SkalierungGrosse GebäudeEFH und Wohnungen
InstallationFachplanung, ProfiDIY-freundlich
KostenHochNiedrig
Internet erforderlichNeinNein
FernzugriffVPN oder Cloud-ServerPlattform-Cloud
GeofencingVia ZusatzsystemPlattform-nativ
SecurityTP unverschlüsselt, IP Secure nötigModerne Kryptografie, Zertifikate
DIYKaum möglichJa
Lebenszyklen20–30 Jahre (Infrastruktur)5–10 Jahre (Produktzyklen)

Fernzugriff, Geofencing und Cloud

Es ist möglich, beide Systeme komplett lokal zu betreiben. Sobald Fernzugriff oder Geofencing relevant werden, gilt dies für beide: Ohne Internet funktioniert es nicht.

KNX ist nicht mit Internet oder Geofencing ausgestattet. Der Fernzugriff erfolgt entweder über VPN (sicher, kein Cloud-Lock-in, aber technisch komplex) oder über Hersteller-Cloud-Gateways wie Gira X1/S1 oder Loxone Remote. Das ist praktisch, aber es entsteht dadurch eine neue Abhängigkeit von der Cloud.

Matter und seine Plattformen (wie Apple Home und Google Home) bieten von Haus aus Fernzugriff und Geofencing. Der Haken an der Sache: Beides ist eng mit Plattform-Accounts (wie Apple ID oder Google Account) verbunden. Das stellt einen echten Vendor-Lock-in dar, was beim KNX in dieser Form nicht der Fall ist.


Security: Der unterschätzte Unterschied

KNX Twisted Pair bietet keine Verschlüsselung. Historisch gesehen war das im lokalen Bussystem kein Problem. Sobald KNX jedoch über IP ins Heimnetzwerk gelangt, ist eine zwingende Segmentierung und Absicherung erforderlich: VLAN, Firewall und keine offenen Ports (UDP 3671). Es gibt eine Erweiterung namens KNX IP Secure, die jedoch nicht überall implementiert ist.

Moderne Sicherheitsarchitektur bringt Matter von Anfang an mit: Verschlüsselung, Zertifikate und sicheres Onboarding über QR-Code. Im Vergleich zu zahlreichen älteren Smart-Home-Systemen stellt dies einen echten Fortschritt dar. Das Commissioning ist dafür komplizierter.


Die Hybrid-Architektur: Wie viele es heute wirklich bauen

Viele technisch versierte Nutzer kombinieren heute in der Praxis beide Welten. KNX stellt die stabile Infrastruktur bereit, Matter und Consumer-Geräte sorgen für flexible Erweiterungen, Home Assistant verbindet alles miteinander, und Apple Home oder Google Home bieten die Benutzererfahrung.


EbeneSystemAufgabe
InfrastrukturKNXLicht, Jalousien, Heizung – stabil und lokal
IntegrationHome AssistantVerbindet KNX mit Consumer-Geräten und Cloud-Diensten
Consumer-GeräteMatter / ZigbeeFlexibles Erweitern, günstig, DIY
BedienungApple Home / Google HomeUX-Layer: Siri, Szenen, Geofencing

Dabei ist es wichtig, dass kritische Funktionen (Licht, Sicherheit) auch weiterhin unabhängig von der gesamten Kette funktionieren können. Je mehr Komponenten im Pfad – KNX, Gateway, Home Assistant, Apple Home – enthalten sind, desto mehr potenzielle Fehlerquellen entstehen.

Aspekt der Sicherheit: Sobald KNX über ein IP-Gateway ins Heimnetzwerk gelangt, muss eine Netzsegmentierung erfolgen. Kein offenes LAN – VLAN und Firewall-Regeln sind unerlässlich, nicht optional.


Für wen eignet sich was?

SzenarioEmpfehlungBegründung
Neubau mit BudgetKNX als Basis + Matter ergänzendBusleitung einmalig mitziehen, langfristig flexibel
Renovation / BestandMatter, Zigbee oder WiFiKein Kabelziehen nötig, günstig, schnell
MietwohnungMatter / Consumer-SystemeKNX praktisch keine Option
DIY-ProjektMatter oder Zigbee + Home AssistantEinstieg günstig, Community gross
Professioneller BauKNXNormkonform, skalierbar, langlebig

Ist Matter das neue KNX? Eine ehrliche Einschätzung

Die Vorstellung von „Matter als Wireless-KNX“ verbreitet sich in der Technologie-Presse. Obwohl sie technisch interessant ist, handelt es sich derzeit eher um eine Zukunftsvision als um eine Realität.

Sobald Matter-Geräte vollumfänglich implementiert und Direct Binding weit verbreitet ist, kann ein durchdachtes Matter-System in einem Einfamilienhaus viele gängige Komfortfunktionen auf vergleichbarem Niveau wie KNX bieten. Allerdings hat KNX in mehreren Aspekten systematisch die Oberhand:

  • Deterministischer, störungsresistenter Bus anstelle von Mesh-Funk
  • Eindeutige Installationsstandards und Planungsnormen
  • Skalierbarkeit für große Bauwerke
  • Betriebserfahrung über Jahrzehnte in professionellen Projekten

Matter sorgt dafür, dass Consumer-Geräte miteinander kompatibel sind. Mit KNX können Gebäude gesteuert werden. Es handelt sich nicht um einen Unterschied im Marketing, sondern um einen architektonischen.

Zitat

KNX und Matter sind keine Konkurrenten – sie adressieren verschiedene Schichten. Die Zukunft vieler smarter Gebäude wird eine Kombination sein: KNX als Nervensystem, Matter als flexible Ergänzung, Home Assistant als Gehirn.


Fazit

Wer eine professionelle und langfristige Automatisierung seines Gebäudes anstrebt, für den ist KNX das bewährte, robuste System. Für ein flexibles, kostengünstiges und DIY-freundliches Smart Home ist Matter die ideale Entscheidung – mit dem deutlichen Vorteil echter Herstellerkompatibilität.

Wer neu baut und finanziell gut aufgestellt ist: KNX für die Elektroinfrastruktur vorrangig berücksichtigen, Matter für Consumer-Geräte in der Hinterhand behalten. Für diejenigen, die nachrüsten oder in ihrer Mietwohnung ausprobieren wollen: Matter und Zigbee sind eine praktische Wahl.

Matter wird kein «Wireless KNX», da zu wenige Hersteller Direct Binding vollständig umsetzen und Funk strukturell weniger deterministisch ist als ein Buskabel. Allerdings ist Matter bereits jetzt als Ergänzung und als Interoperabilitätslayer sehr gut geeignet. Und es wird besser werden.


Quellen
  • KNX Association – Standard, ETS und technische Grundlagen
    https://www.knx.org/knx-en/for-professionals/
  • Connectivity Standards Alliance – Matter Spezifikation und Übersicht
    https://csa-iot.org/all-solutions/matter/
  • Matter 1.5 Release Notes (aktuellste Version, November 2025)
    https://csa-iot.org/newsroom/matte…t-capabilities/
  • Matter 1.3 Spezifikation (PDF)
    https://csa-iot.org/wp-content/upl…ecification.pdf
  • ISO/IEC 14543-3 – Norm für Home Electronic Systems (KNX)
    https://www.iso.org/standard/57431.html
  • EN 50090 – Europäische Norm für HBES (via Wikipedia KNX-Standard)
    https://de.wikipedia.org/wiki/KNX-Standard
  • Thread Group – Thread 1.4 Spezifikation und Übersicht
    https://threadgroup.org/
  • Home Assistant – KNX Integration Dokumentation
    https://www.home-assistant.io/integrations/knx/
  • Home Assistant – Matter Integration Dokumentation
    https://www.home-assistant.io/integrations/matter/
  • KNX-Herstellerliste – KNX Association
    https://www.knx.org/knx-de/fuer-fa…ity/hersteller/
    Offizielle Liste mit über 500 Herstellern und Standarddetails.
  • Der Matter-Standard 2026 – eine Bestandsaufnahme
    https://matter-smarthome.de/entwicklung/de…standsaufnahme/
    Aktuelle Übersicht zu Matter-Entwicklungen inkl. Direct Binding-Status (Stand 2026).
  • Warum KNX in Kombination mit Matter das beste Smart Home ist
    https://www.1home.io/de/blog/knx-mi…ste-smart-home/
    Praktische Hybrid-Architektur und Security-Vergleich.
  • Neue kostenlose Online-Schulung: Wie man den Zugriff auf KNX-Installationen verhindert
    https://www.knxtoday.com/2023/03/46225/…-verhindert.htm
    KNX Security-Risiken und Schutzmaßnahmen.
  • Thread Integration in Home Assistant
    https://www.home-assistant.io/integrations/thread/
    Technische Details zu Matter Border Router und Thread.
  • KNX die weltweit am meisten genutzte Bustechnologie
    https://www.voltimum.ch/news/knx-die-w…eisten-genutzte
    Hintergrund zu Normen und globaler Nutzung.
  • Matter-Standard: Die Smart-Home-Revolution kommt 2026
    https://calvest.de/matter-standar…ion-kommt-2026/
    Prognosen und Geräteauswahl 2026.
  • KNX vs. Matter
    https://magazine.homedia.com/de/knx-vs-matter/
    Direkter Vergleich Skalierung und Robustheit.
  • Der KNX Sicherheitscheck
    https://www.knxtoday.com/2025/02/53612/…ff.html?lang=de
    Aktuelle Security für KNX IP und Fernzugriff (2025).

Alle Bilder wurden mit Hilfe von KI erstellt

Diskutiere mit uns im Forum! 5 Antworten, zuletzt: 20. März 2026 um 14:14
  • KNX
  • Smart Home
  • Apple Home
  • Home Assistant
  • Thread
  • Matter
  • zigbee
  • Gebäudeautomation
  • DIY
  • Heimvernetzung

Über die Autorin

Apple und SmartHome Enthusiastin

Gen X aus der Zentralschweiz

Diplomierte Industriemeisterin Elektro - Fachbereich Automation und Robotik

Hobby-Webdesignerin

Begeisterte BMW-Fahrerin, die auch Blinker verwendet.

Fotografin - SemiPro

Mia Team

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Mia
13. März 2026 um 09:41
Love it! 2
42
Es wurden keine Einträge gefunden.

Antworten 5

iArne
20. März 2026 um 11:39

Danke für diesen Artikel, ich finde ihn gut.

Hat mir ein wenig mehr Licht ins "KNX-Dickicht" gebracht.

BitterLeaf42
20. März 2026 um 12:28

Hab mich anno 2014 gegen KNX und für HomeMatic (später HomeMatic IP) entschieden und das nie bereut. Selbst heute noch mag ich HomeMatic, auch wenn es teilweise wie aus der EDV-Steinzeit wirkt. Aber es lässt sich sehr viel damit realisieren. Ob per Funk oder Kabel. Viele der HomeMatic-Aktoren und -Sensoren laufen seit über 10 Jahren ohne Probleme. Aber es gibt auch Gegenbeispiele von defekten Kondensatoren (das berühmte C26-Problem) und plötzlich stromfressenden Platinen (z.B. bei den HM- und HMIP-Wetterstationen).

Es geht also auch ohne KNX und Matter. ;)

PurpleWildflower90
20. März 2026 um 12:33

Danke für den Artikel.

Ich denke Die Kombination aus KNX + Home Assistant + Matter Bridge ist derzeit die beste Lösung, weil sie Stabilität, Flexibilität und Zukunftssicherheit optimal vereint. KNX bildet als kabelgebundene, dezentrale Infrastruktur die zuverlässige Basis für alle wichtigen Funktionen im Haus.

Home Assistant ergänzt diese um eine leistungsstarke Logik- und Integrationsschicht für individuelle Automationen und maximale Freiheit ohne Herstellerbindung.

Die Matter Bridge sorgt zusätzlich dafür, dass moderne Geräte und Ökosysteme nahtlos eingebunden werden können. So entsteht ein System, das robust im Kern, intelligent in der Steuerung und offen für die Zukunft ist.

Dampf
20. März 2026 um 13:58

Hey Mia, jetzt hast du mich aufgeweckt :huh: 8o

Ein schöner Artikel :thumbup:

Ein paar Fehlerchen habe ich dennoch gefunden 8) und ein paar Anmerkung...8|

Zitat

KNX ist weder ein Funkstandard noch ein einfaches Protokoll. Es handelt sich um ein komplettes Gebäudeautomationssystem, das nach ISO/IEC 14543 und EN 50090 standardisiert ist. Es verfügt über ein eigenes Kommunikationsprotokoll, ein Geräteökosystem, eine Installationsarchitektur und Konfigurationssoftware.

KNX ist ein Gebäudesteuerungsstandart, welcher die Kommunikation über Kabel (TP), Funk (RF) und IP beinhaltet. Ein System wäre etwas wie es in der IoT Smart Home Welt üblich ist - Hue, Bosch, Aqara, ...

Nebenbei ist der KNX Standard Open Source.

Zitat
LebensdauerInfrastruktur 20–30 Jahre (IP-Komponenten eher 10–15 Jahre)

Die Infrastruktur, also die Kabel, ist die selben wie bei konventioneller Elektrik. Abgesehen davon das idR 5 oder 7adrig NYM-J statt 3 adrig NYM-J verwendet werden , ändert das nichts an deren Lebensdauer von ggf. deutlich über 40 Jahre. Was Die Elektronik angeht (Sensorik, Aktorik) wird man wohl nach 15-20 Jahre hier und da was austauschen müssen - so wie es mit sämtlicher Elektronik im Haushalt ist. Bus Kable halten genauso lange wie NYM.


Zitat

KNX

KostenHoch – ca. +20 bis 50% auf die Elektroinstallation im Neubau

Kosten kann man als handwerklich begabter Bauherr sehr gut verhältnismäßig gering halten. Kabel ziehen ist ein "niedere" Tätigkeit, die aufgrund des Aufwand aber sehr teuer ist. Nach Absprache mit dem Elektriker seines Vertrauens kann man diese Arbeit übernehme und so im EFH einige 1.000€ sparen.

Die ETS wird gern als Hexenwerk hingestellt. Im Endeffekt ist es auch nur eine Software wie jede andere in die man sich eben Einarbeiten muss. "Gott und die Welt" steckt so viel Lebenszeit um sich in Home Assistant u.ä. einzuarbeiten, aber die ETS ist das zu viel?! mMn selbst Schuld! Die ETS mag 1000€ + MwSt. kosten (min 2x jährlich stark rabattiert für um die 750€ inkl MwSt.). Aber die Parametrierung eines KNX Hauses Kostest schnell um 10.000€ und mehr zzgl. spätere Änderungen etc. Dagegen ist der Preis für die ETS doch gar nicht mehr so schlimm. Außerdem weiß man den wenigstens selbst wie das eigene Haus funktioniert. Nebenbei: Es gibt auch eine Home Lizenz für Häuslebauer die deutlich günstiger ist und genauso oft rabattiert angeboten wird.

Kleiner Fun-Fakt zwischendurch: Eine Rollladensteuerung mit KNX Komponenten ist deutlich günstiger als eine unsmarte elektrische Rollladensteuerung.

Hierzu ein kleiner Nachtrag: Zur Parametrierung brauch man die ETS nicht teuer kaufen! Es gibt eine gratis Test-Version mit der man 5 Geräte Parametrieren kann. Das reicht locker aus. Ist auch für alle interessant die mal reinschnuppern wollen.

Zitat

KNX Twisted Pair bietet keine Verschlüsselung. Historisch gesehen war das im lokalen Bussystem kein Problem. Sobald KNX jedoch über IP ins Heimnetzwerk gelangt, ist eine zwingende Segmentierung und Absicherung erforderlich: VLAN, Firewall und keine offenen Ports (UDP 3671).

FALSCH! (Sorry das musste ich jetzt fett schreiben).

Es gibt seit Jahren KNX IP Secure(Heimnetzwerk) und Data Secure(TP und RF). Man bekommt inzwischen sämtliche Arten KNX Komponenten als IP und Data Secure fähig.

Zitat

Es gibt eine Erweiterung namens KNX IP Secure, die jedoch nicht überall implementiert ist.

Es handelt sich lediglich um das IP-Interface (Schnittstelle von KNX TP/RF ins IP Heimnetzwerk) die gegen ein IP Secure fähiges Interface ausgetauscht werden sollte, wenn man noch eine alte Anlage ohne Secure hat. Das ist aber kein großer Kostenfaktor.

Auf KNX TP kann man im EFH idR auch ohne Secure leben, solange man die Topologie, insbesondere in den Außenbereich (Garten etc:) richtig aufgebaut hat. Bei Neuanlagen sollte man aber schon drauf achten, dass alles Data Secure kann(muss man ja nicht aktivieren). Kostentechnisch macht das keinen Unterschied.


Zitat
MerkmalKNXMatter
SkalierungGrosse GebäudeEFH und Wohnungen

Die Skalierung von KNX geht von der kleinen Gartenhütte bis zum monströsen Firmenkomplex - ja nach dem wie man es sich zusammenstellt.

Für Projekte z.B. in Gartenhüttenhüttengröße gibts auch All in One Geräte die alles nötige in einem Geräte beherbergen - Busspannungsversorgung, IP Interface, Aktorik für Schalten, Heizen, Beschattung, Lüftungssteuerung...


Auch wenn ich davon kein Fan bin, möchte ich es doch mal erwähnt haben.

Es gibt ein paar Systeme die auf KNX basieren und auch 100%ig KNX kompatibel sind. Diese lassen sich für den Einstieg erstmal über eine einfache Klicki-Bindi-App konfigurieren - wie man es Heutzutage von dem ganzen IoT Smart Home Kram gewöhnt ist - lassen sich aber später, wenn gewünscht, in ein vollwertiges KNX überführen.

Beispiel die mir unter derartigen Systemen positiv aufgefallen sind (ohne persönlich Erfahrung damit):

Theben Luxor Living (RF und/oder TP)

MDT HomeXpert (aktuell nur RF)

Systeme die mir mir ehr negativ aufgefallen sind:

Busch Jäger Free@Home (KNX TP und RF, teilweise Bluetooth) - Aktorik nicht KNX Kompatibel, Sensorik nur teilweise, verhältnismäßig teuer

Hager Easy - die schalten rigoros einigen paar Jahren die Server für die Home-"Server" ab, was den funktionsumfang stark einschränkt und auch einen DIY Fernzugang unmöglich macht. Außer man kauft sich den Nachfolger...

Mia
20. März 2026 um 14:14

Danke Dampf für Deine ausführliche Antwort.

Zitat von Dampf

FALSCH! (Sorry das musste ich jetzt fett schreiben).

Es gibt seit Jahren KNX IP Secure(Heimnetzwerk) und Data Secure(TP und RF). Man bekommt inzwischen sämtliche Arten KNX Komponenten als IP und Data Secure fähig.

Danke auch für diese Klarstellung. Falsch ist zwar nicht ganz der richtige Ausdruck, eher „nicht aktuell“. Ich bin tatsächlich kein KNX Pro. Da habe ich die aktuellste Information wohl nicht gefunden oder übersehen.

Daher super, dass du es erwähnt hast 👍🏼

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