Beiträge von Micha

    Welches Interesse sollte Apple daran haben, iPhone- und iPad-Nutzern in Europa eine der wichtigsten neuen Funktionen vorzuenthalten?

    Zeit, dei Anwender noch tiefer ins eigene Ökosystem zu ziehen und Kunden über bis zu eineinhalb Jahre ihre Workflows um Siri AI herum bauen zu lassen, dass eine Migration unattraktiv wird. Und größtmögliche Kontrolle zu behalten. Diese Taktik kennen wir schon seit vielen Jahren und vielen Produkteinführungen.

    Sie wollen sich weiterhin eine Sonderrolle braten und nur haben sie dieses mal keinen Weg gefunden, sich irgendwie durch zu mogeln.

    "It is a familiar tactic for Apple. The company has a history of invoking privacy and security concerns when regulators try to make it open up parts of its famously closed ecosystem."

    "n other words: Apple’s comfortable altering its own practices for Siri AI, giving the AI the ability to access lots of data across different apps, but argues the same kind of access is too dangerous when competitors ask for it."

    "Ultimately, Apple is playing a big game of chicken with Europe."

    Wenn dieser Rahmen dazu führt, dass eine Funktion weltweit erscheint, aber in der EU nicht, dann darf man zumindest fragen, ob die Regeln in diesem konkreten Fall das gewünschte Ergebnis erzeugen.

    Wie schon vorher geschrieben:
    Ja, das gewünschte Ergebnis ist, dass ein marktbeherrschendes Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung nicht noch weiter ausbaut.


    Um es mal ganz klar zu sagen:

    Hätte Apple die Interoperabilität wirklich im Blick gehabt, und einfach nur gedacht "wir müssen da noch eine Sicherheitsschicht einziehen um die Daten der Anwender zu schützen" ... hätten sie den Agent von Anfang eingebaut und würden auch Siri AI über diesen Agent schicken.

    Damit gäbe es gar keine Debatte. Aber nö. Das tun sie nicht.

    Genau das ist doch mein Punkt. Wir haben aktuell zwei Darstellungen der gleichen Ereignisse.

    Apple sagt, man habe technische Lösungen vorgeschlagen, die Datenschutz, Sicherheit und Wettbewerb vereinen sollten. Die EU sagt, Apple habe im Wesentlichen eine Ausnahme von den DMA-Vorgaben gefordert.Was davon näher an der Wahrheit liegt, wissen weder du noch ich, weil wir die Gespräche nicht geführt haben.

    Nö, wir können mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit sagen, was passiert ist. Apples PM und die Äußerungen der EU passen zueinander. Denn die 18 Monate tauchen in beiden Darstellungen auf. Was passiert sein wird:

    Apple möchte erstmal starten und "im Laufe der nächsten 18 Monate Schritt für Schritt" eine Lösung erarbeiten.

    --> Apple möchte eine temporäre Ausnahme vom DMA, erstmal ohne Konkurrenz starten und dann tröpfchenweise ein paar Funktionen im Quartalsrhythmus bereitstellen.


    Auch das haben wir gestern schon diskutiert und dargelegt. Da ist IMHO nichts mehr offen. Apple sagt selbst, was sie tun wollten und die EU hat's bestätigt und gesagt "das wäre eine Ausnahme vom DMA und die ist nicht drin".

    Anstatt auf den Inhalt des Artikels einzugehen

    Steht nichts neues drin. Ist nur die Apple PM in anderen Worten.


    Entweder die Argumente sind falsch, dann sollte man sie widerlegen. Oder sie sind richtig.

    Wie auf den letzten sechs Seiten mehrfach?


    Die eigentliche Frage ist aber, ob die EU-Kommission konkret zu Apples Begründung für die Verzögerung von Siri AI Stellung genommen hat.

    Ist doch schon lange hier im Thread diskutiert worden:

    Die Geiselhaft der Gigabit-Gesellschaft

    Oder auch hier:

    EU reagiert auf Apples Siri-AI-Blockade, weist DMA-Vorwürfe zurück
    Apple meint, der Digital Markets Act verhindere das neue KI-System des Konzerns, mit dem Siri besser werden soll. Die Europäische Kommission reagierte prompt.
    www.heise.de
    Zitat

    Anstatt nach einer Lösung zur Einhaltung der Vorschriften zu suchen, habe Apple die Europäische Kommission einfach gebeten, das Unternehmen für mindestens 18 Monate von seinen Verpflichtungen zu befreien.

    Jo, da wird jetzt die Apple Influencer&Marketing Kampagne gestartet. gähn

    Und noch offensichtlicher kann man wohl kaum einfach schreiben, was Apple einem diktitiert hat.


    Noch dazu wird die Realität schon wieder, sagen wir mal "gebogen", dass es ins Narrativ passt: "As yet, neither the European Union or the European Commission have commented publicly."

    Stimmt halt einfach nicht. Taugt dem jahrzehntelangen Apple-Fanboy"Insider" halt nicht und er möchte sich die guten Kontakte und Vorzugsbehandlung für seine Artikel und Podcasts halt nicht verbauen.

    Ich meine, dieses die anderen sind schlecht gibt es, seit es verschiedene OS gibt?

    Viele können mit Windows nichts anfangen, weil es so schlecht läuft - andere mit Linux, macOS oder was weiß ich.

    Wir hier erleben auch immer wieder Probleme mit den Apple-Geräten, mal klappt das AirDrop nicht wie vorgesehen, mal dies, mal das. In Summe sind wir aber zufrieden.

    d'accord. Mein Punkt war auch nur auf "ja aber Android..." bezogen. Da ist der Unterschied in Sachen Qualität oder Performance nicht mehr wirklich existent. Vielleicht ist der eine in dem Jahr und der andere im anderen Jahr "vorne".

    Da ich beruflich aber sehr, sehr viel mit Windows, EntraID, Azure, Intune, MDE, ... dem gesamten MS Ökosystem zentral zu tun habe .... wenn ich aktuell auf jemanden WIRKLICH schimpfen würde: Microsoft 😅

    Vanille-Android ist grundsätzlich sehr gut, doch andere Hersteller wie Samsung oder LG entwickeln eigene Oberflächen. Wenn Alphabet (Google) neue Android-Versionen veröffentlicht, müssen diese Hersteller sie erst anpassen – das dauert lange und erhöht die Fehleranfälligkeit. Bei einem Wechsel zu Android würde ich nur Pixel-Geräte wählen.

    Da bin ich bei dir. Ich spreche jetzt hier auch wirklich von meiner Erfahrung mit Pixel und Pixel Watch :)

    Zuviel Bugs auf Android

    So schlecht/buggy wie iOS/watchOS 26 (durchgängig bis 26.5) ist, war Android das letzte mal.... v10? v11? Jedenfalls schon lange her.

    Hab bis heute die Situation dass mein iPhone 17 Pro Max beim Home Screen Wechsel manchmal zwei Sekunden braucht bis alle App Icon angezeigt werden. Oder dass auf der AWU2 bis zu drei Schichten angezeigt werden. Da sieht man dann das Watchface, eine Notification und darüber noch mal eine.

    Also da muss sich Apple aktuell echt nicht aus dem Fenster lehnen.

    Zum Thema WhatsApp/Meta:


    Für die gilt das selbe. Die sind in einer nahezu monopolistischen Stellung zumindest in Europa am Messenger Markt. Wahlfreiheit durch die Masse an Anwendern und damit Peer Pressure praktisch nicht mehr gegeben, dadurch über 90% Marktanteil

    Und was macht meta? Baut ihre MetaAI in WA ein ohne dem Anwender hier eine Wahl zu lassen.

    EU drückt Whatsapp Zwangsmaßnahme auf: Messenger muss andere KI-Anbieter zulassen
    Der US-Konzern Meta hat vergangenes Jahr Drittanbietern den Zugang zu Whatsapp versperrt. Dagegen geht Brüssel jetzt vor.
    www.t-online.de

    keine Antwort auf die Frage sondern ausweichen. Noch dazu lustigerweise auf einen Markt, auf dem unfassbar viel Wettbewerb herrscht. Wettbewerb der Hersteller, Wettbewerb der Dienstleister, Wettbewerb der Antriebsarten, Wettbewerb der Energieformen, Wettbewerb der Bauformen.

    Welche Wahl haben Anwender denn? Android oder iOS. Das macht 99,9% des Marktes aus. Duopol.

    Hätten die USA und Europa in den 90ern nicht bei Microsoft eingreifen sollen? Sollte die Telekom nicht reguliert werden? Sollten Patente nicht nach FRAND Bedingungen angeboten werden müssen?

    Das meinte ich mit "wäre verhandelbar gewesen". Diese Verhandlungen wurden ja aber offenbar nicht geführt.

    Das lese ich aus der PM anders. Es kam halt nur nicht zu einer Einigung.


    So wie es bei Android also jetzt auch gemacht wird?

    Dort werden die KI-Sachen eingebaut und Google kümmert sich nebenbei um die rechtliche Seite.

    Ungefähr so. Google lässt es halt jetzt drauf ankommen, Apple zieht die öffentliche Konfrontation vor.

    Lese ich es richtig heraus:

    Stand jetzt hätte die neue Siri vollen Zugriff auf das System und die anderen Apps hätten sich oberhalb einer bestimmten „Grenze“ austoben dürfen, so hatte es Apple vorgeschlagen?

    Also hätte Siri mehr Rechte als andere. Wenn Apple sagt: Siri darf auch nur auf der Ebene mitspielen - dann wäre es doch auch für die EU „korrekt“?

    Das ist ein weiterer Aspekt. So wie sich das liest, könnte Siri AI nativ auf alles zugreifen und Konkurrenz müsste über eine weitere Schicht drauf.


    Apple schlägt eine Lösung vor, die innerhalb von 18 Monaten ausgerollt wird. Wenn es darum ginge, dass Apple gerne JETZT starten würde und die "Öffnung" erst in 18 Monaten kommen würde, hätte man darüber sicher verhandeln können.

    Genau das steht da IMHO auch drin: Apple würde gerne jetzt rauskommen, bietet der EU aber nur eine Lösung innerhalb von bis zu 18 Monaten an, die zusätzlich noch schrittweise kommt.

    Könnte so aussehen:

    • Siri AI würde in der EU veröffentlicht
    • Konkurrenz hat erstmal keinen oder einschränkten Zugriff
    • Und Quartal für Quartal kämen evtl. weitere APIs dazu bis dann nach 18 Monaten der Agent in seiner "Endausbaustufe" zur Verfügung stünde

    Siri würde sozusagen mit 4711 Anwendungsfällen starten und die Konkurrenz erstmal mit 0 oder 2 oder 17 und käme dann nach 18 Monaten auf (hoffentlich) auch irgendwann 4711. Aber das nicht mal auf dem selben Weg wie Siri sondern über eine zusätzlich zwischengeschaltete API.

    Was wiederum bedeutet, dass jederzeit die Gefahr besteht, mit jedem neuen Update für Siri AI neue Integrationen bereitzustellen, welche im "Trusted System Agent" erst noch zur Verfügung gestellt werden müsste. So wie man Apple kennt würde mit iOS 28.2 eine neue Funktion für Siri AI kommen auf die andere dann erst mit iOS 28.5 zugreifen können würden.


    Würde Apple Siri AI auch durch diesen "Mittler" schicken, wäre es vermutlich gar kein Problem und alles wäre easy. Apple versucht halt doch wieder ne eigene Sonderlocke zu behalten.


    "Dieselben Features und Fähigkeiten" sollten doch in der Tat dem DMA gerecht werden, oder?

    Wenn sie zeitgleich kämen, vermutlich. Wenn sie erst 18 Monate später kommen... nicht.

    Apple hat diesmal eine sehr konkrete Begründung geliefert. Die EU fordert im Rahmen des DMA gleiche Zugangsrechte für konkurrierende Assistenten. Apple sagt, man habe dafür Lösungen vorgeschlagen, die Sicherheit und Wettbewerb verbinden sollten. Diese seien abgelehnt worden.

    Am plausibelsten ist, dass Apples Zeitplan von den Behörden abgelehnt wurde. Siehe oben.

    Hier die offiziell Pressemitteilung von Apple dazu

    https://www.apple.com/de/newsroom/20…-and-ipados-27/

    "Da sie sich jedoch weigern, konstruktiv mit uns auf Lösungen hinzuarbeiten, die Datenschutz und Sicherheit gewährleisten, können wir derzeit keinen Zeitplan für die Verfügbarkeit von Siri AI in iOS und iPadOS in der EU nennen."

    "Shots fired" Schwarzer Peter Spiel. Und in vier bis fünf Monaten haben dann doch alle eine Lösung.

    Ich denke, hier liegt der Hase im Pfeffer:

    Zitat

    Angesichts der erheblichen Risiken für Nutzer:innen hat Apple eine Lösung namens Trusted System Agent entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Art Mittler, der es virtuellen Assistenten ermöglichen würde, für Geräte in der EU sicher auf dieselben Features und Fähigkeiten zuzugreifen wie Siri AI. Apple hat außerdem einen Plan zur Einführung von Siri AI in der EU vorgestellt, nach dem diese neue Lösung schrittweise über einen Zeitraum von 18 Monaten eingeführt werden soll.

    Das liest sich so, als würde Apple jetzt mit Siri AI starten und diesen "Trusted System Agent" erst Schluck für Schluck über eineinhalb Jahre gestreckt einführen. D.h. Apple würde für bis zu 18 Monate exklusiven Zugriff auf alle Funktionen und die Integration erhalten und erst dann könnten Konkurrenten vergleichbare Services anbieten. Also genügend Zeit für Apple, die Kunden noch tiefer ins eigene Ökosystem zu ziehen, Workflows auf Basis von Siri AI aufbauen zu lassen und den Wechsel in ein anderes Modell dann maximal unattraktiv zu machen.

    Da würde ich al EU auch sagen "nö"

    Der DMA soll Wettbewerb fördern. Wenn die praktische Folge aber ist, dass eine Funktion für hunderte Millionen EU-Bürger gar nicht erscheint, während sie im Rest der Welt verfügbar ist, dann darf man durchaus fragen, ob die Regulierung ihr Ziel erreicht.

    Hart gesprochen: Ja, da Apple dadurch auch keinen Wettbewerbsvorteil mehr hat.


    Wenn Apple erklärt, dass die EU-Kommission keine der vorgeschlagenen Lösungen akzeptiert hat und sogar ein Modell abgelehnt wurde, bei dem andere Assistenten dieselben Fähigkeiten wie Siri erhalten sollten, dann ist die Kritik an der EU zumindest nachvollziehbar.

    Das ist eine Sicht der Dinge, nicht mal im Detail. Und Apples Wortmeldungen sind - nachvollziehbarer Weise - immer "parteiisch".


    Apple versucht hier zum wiederholten Mal einfach seine Kundschaft aufzuhetzen und vorzuschieben.

    Deshalb halte ich die Frage nicht für so einfach, wie manche sie darstellen. Mehr Wettbewerb ist grundsätzlich gut. Aber wenn dafür jeder beliebige KI-Anbieter tiefgreifenden Zugriff auf das Smartphone erhalten soll, dann sind Sicherheits- und Datenschutzbedenken für mich keineswegs automatisch vorgeschoben.

    Sicherheits- und Datenschutzfragen sind selbstverständlich wichtig und richtig. Einfach zu sagen "nö, machen wir nicht, weil nur wir sind und können" ist keine Strategie. Das ist nur security through obscurity und dient primär dazu, die eigenen Einnahmequellen und Marktpositionen zu schützen.

    Klar, ist ihr gutes Recht es zu versuchen. Ist ja kein Wohltätigkeitsverein. Ab einer gewissen Marktkonzentration kommen da dann eben die Wettbewerbshüter ins Spiel. Die Apple, wie gesagt, schon mehrfach selbst den Arsch gerettet haben.

    Auf das ganze System. So steht es wohl in den Vorgaben, weswegen Apple dem nicht zugestimmt hat.

    Nein, ein konkurrierendes Modell muss nur auf die selben Schnittstellen und Inhalte Zugriff haben wie es das integrierte Modell auch hat. Hat Siri Zugriff auf deinen Kalender, um Fragen zu deinen Terminen beantworten zu können, sollte ein konkurrierendes Modell auch Zugriff erhalten dürfen, sofern der Anwender das wünscht.

    Alles andere ist Gatekeeping und Wettbewerbsverzerrung.

    Apple stellt sich einfach hin und sagt "nö, das dürfen nur wir, weil uns kann man vertrauen. den anderen nicht." Das ist die gesamte Argumentationskette von Apple. Jetzt mag es Anwender geben, die sehen das auch so "ja, ich vertraue nur Apple". Geschenkt, dürfen sie. Andere Anwender möchten aber gern nicht Siri sondern einen anderen Anbieter dafür auf ihrem Smartphone nutzen. Und andere Anbieter möchten die Gelegenheit haben, ihr Produkt ebenso anbieten zu können und dem Anwender im freien Wettbewerb ihre Dienstleistung vergleichbar darreichen. Genau so integriert und genau so simpel in Benutzung.

    Um nicht mehr oder weniger geht es. Ein bereits heute in weiten Teilen marktbeherrschendes System nicht noch weiter vollumfängliche Kontrolle zugestehen sondern für Wahlfreiheit beim Anwender und vergleichbare Marktbedingungen bei Konkurrenten zu sorgen.

    Bei einem Duopol wie iOS und Android bleibt einem auch gar nichts anderes übrig. Ist ja auch nicht so, dass Apple nicht auch selbst massiv von der öffentlichen Marktkontrolle in USA oder EU profitieren würde. Ohne staatliche Eingriffe in das drohende Microsoft-Monopol der 1990er würde es Apple überhaupt nicht mehr geben. Und ohne staatliche Auflagen bei der Lizenzierung und Monetarisierung von Patenten würde Appel für jedes iPhone horrende Summen an Patentinhaber zahlen. Hier profitiert Apple beispielsweise von FRAND-Regeln und klagt diese im Zweifel auch ein.


    Da kann man das ein oder andere was das Bürokratenheer der EU so fernab der Lebensrealität ausheckt durchaus als fragwürdig bis völlig bescheuert betrachten. Wichtig ist der DMA dennoch und ohne EU würde es hier ganz anders aussehen.