wundere mich, wie sehr sich unser Begriff von „Fortschritt“ verkürzt hat.
Das stimmt. Die Entwicklung schreitet immer schneller voran.
Und hier sind die letzten 30 Jahre sehr rasant. Oder der KI-Bereich. Das vorgelegte Tempo - Wahnsinn.
Aber das trifft fast alle Bereiche, mit denen wir zu tun haben. Die meisten kommen damit im Bereich der Kommunikation zusammen: Vom ersten Telegramm zur Briefpost, über E-Mail zu den Instant-Messengern.
Autos, das Internetz, in allen Bereichen wird es schneller. Für manche zu schnell?
Deshalb ist der Tipp von Holger, das Café bei uns zu besuchen, sehr gut. Einfach mal ein bisschen abschalten vom Trubel. Die Hektik zur Seite legen. Etwas ruhiger werden, entschleunigen. Das ist so wichtig - und viele merken nicht mehr, wie/dass sie ständig unter Strom stehen. Man wartet auf neue Nachrichten, man blickt nervös auf den Bildschirm - kann ja nicht sein, dass jetzt 10 Minuten gar keine Nachricht kam. Schnell den Status bei WhatsApp durchklicken, die Storys bei Instagram checken, den Newsfeed bei Mastodon, … - und schon ist man wieder im Sog der neuen Medien, ohne die es bei manchen gar nicht mehr läuft.
Ich nehme mich da nicht raus, merke aber, dass es entspannter wird, wenn man sich einfach mal wieder mehr Zeit für sich und die Familie nimmt. Freunde.
Immer öfter aktiviere ich den Fokus „Unterbrechungen reduzieren“ - und bin so quasi offline. Auch, wenn es dadurch passiert, den Geldbeutel bei Bekannten liegen zu lassen, weil die Benachrichtigung erst zu spät gelesen wird… Und von da komm ich grad wieder zurück.
Andererseits gehen in manchen Bereichen die Fortschritte im Schneckentempo vorwärts - dabei wäre es doch dort gerade um so wichtiger, schnelle Fortschritte zu machen. Wo? Hier bin ich hauptsächlich im Medizin-Bereich. Es hat sich schon auch was getan - aber es sterben immer noch viele Menschen, weil hier immer noch keine zuverlässige Versorgung möglich ist.
Holgers Kolumne hier war eine spontane Idee von ihm und ich werde Woche für Woche auf’s Neue überrascht, was für guter Inhalt dabei rauskommt. Es regt auch immer wieder dazu an, nachzudenken. Ähnlich der Artikel, die sich um die Technik drehen - aber die Sachen hier von ihm sind das gewisse Etwas, das die schnelllebige Zeit, in der wir sind, so wertvoll machen können, wenn man sich drauf einlässt.
Es soll sich niemand fragen: Darf ich die Frage stellen, ohne belächelt zu werden, weil es absolutes Grundwissen ist? JA, es darf alles gefragt werden. Und es SOLL die Frage gestellt werden, wenn man etwas nicht weiß. Wie sonst soll man weiterkommen? Und gerade die Profis hier, hatten die einfachen Fragen anfangs auch - und wurden durch das Interesse an der Sache zu dem, was sie jetzt sind.
In diesem Sinne: Macht weiter so und Cheers!