Ich verfolge ja über verschiedene Podcasts allerlei Sachen zum Thema Datenschutz usw.. Und jetzt bin ich gespannt, wie die vor kurzem gestartete Initiative laufen wird.
Digital Independence Day
Das Problem: Sowas läuft nur bei einer bestimmten Gruppe Menschen. Das sind Leute, die täglich mit Technik, IT und Sicherheit beschäftigt sind. Der normale Bürger? Kümmert sich um sowas nicht. Auch, weil viele sagen: Was habe ich zu verbergen? oder Es hat doch eh schon jeder meine Daten...
Ja, klar - das ist schon länger der Fall, dass man nicht ohne Spuren online durch das Netz kommt. Lässt sich ja teils auch technisch fast nicht vermeiden. Aber sowas wie "generation i hat meine IP-Adresse" ist ja überhaupt nicht das Problem. Problematisch wird das Verknüpfen der Masse an Daten verschiedenster Herkunft:
Die Google-Suchergebnisse mit dem Einkaufsverlauf von Amazon - und schon wissen manche Unternehmen früher als der Partner, dass es bald Nachwuchs gibt. Suchergebnisse und Websiteverlauf - der Arzt benötigt für die Diagnose länger, als manche für das Daten sammeln, sortieren und die Krankheit erkennen. Es gab ja kürzlich den "Datenschutzskandal des VW-Konzerns": Die Standortdaten von ein paar Millionen Autos lagen auf Amazons Servern - und Mitglieder des CCC konnten drauf zugreifen. Sie haben die Daten ausgewertet und konnten sagen, wer für den Bundesnachrichtendienst arbeitet oder sogar, wer "wegen Überstunden" später nach Hause kommt, sich sein Standort aber in der Nähe gewisser Etablissements befand...
Aber wenn man sich die Altersgruppen mal ansieht: Wo spielt sich deren Leben ab? TikTok, SnapChat, ... Denen muss niemand kommen mit Datenschutz. Da sind die Flammen wichtiger - und wehe, eine erlischt (So ähnlich läuft das dort, habe ich mir sagen lassen. Man wird permanent ermutigt, neue Inhalte zu erstellen.)... Die Personalabteilung freut es, denn so kann man über manche Leute schon einiges in Erfahrung bringen, bevor man eine Einladung zum Vorstellungsgespräch verschickt.
Wenn man auf manche Website kommt, erscheint das Cookie-Banner. Wenn da schon steht, dass die Daten mit 850 (Werbe)Partnern geteilt werden können - yeah...
Dann kommen Firmen wie Incogni, denen man Geld gibt, dass sie die Daten bei den vielen Stellen löschen lassen - zeigt es zumindest, dass manche zum Nachdenken kommen. Und jetzt musste ich gerade lachen: Ich war das erste mal auf deren Website, es öffnet das Cookie-Fenster und man erklärt sich damit einverstanden mit ihrer Privacy Policy. Nur: Ich konnte mir die nicht vorher durchlesen/anklicken, so lange das kleine Cookie-Fenster offen war...
So - es wird immer weniger "Messenger"-Bezug bei mir, deshalb hör ich lieber wieder auf.